Odorella

cyclamen persicum
cyclamen persicum
Eigentlich müsste dieser Artikel so beginnen: Es war einmal ein Alpenveilchen namens Odorella. Es sieht aus wie das Zimmeralpenveilchen (cyclamen persicum), duftet wie die Wildarten und ist auch genauso winterfest.

Eine solche Züchtung war lange schon das Ziel der verschiedensten Züchter. Nur, eine Kreuzung schien auf Grund der unterschiedlichen Chromosomenstruktur der verschiedenen Arten nicht möglich.

Besonders hartnäckig bei dem Versuch, die Wildformen mit dem Zimmeralpenveilchen zu kreuzen, war das das Institut für Gemüse- und Zierpflanzenanbau Großbeeren (DDR), die aber immerhin hübsche kleinblütige Topf-Cyclamen züchteten.
Nach der Wende gelang dann der Durchbruch: Mit moderner In-Vitro-Technik, der Anzucht von Pflanzen auf Nährlösung, gelang es Dr. Aloma Ewald und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Nachkommen einer Artkreuzung über die schwierige Keimlingsphase hinweg zu bringen. 1993 berichteten sie stolz von ihren ersten Artbastarden, entstanden aus der Cyclamen persicum-Sorte ‚Reinweiß‘ als Mutter und Cyclamen purpurascens als Vater. Ein weltweit einzigartiger Erfolg. Nach umfangreichen Testserien gelang es, eine Variante zu entwickeln, die die Resistenz gegen die Fusarium Welke und den Duft der Wildformen miteinander vereinigten.


Odorella (so der Name der Neuzüchtung) war winterhart, stark duftend und enorm blütenreich, wenn sie kräftig gedüngt wurde. Die Blüten hatte mittlere Größe und wurden ab 2005 zu stolzen Preisen im Handel angeboten. Aber diese Züchtung war steril, eine Vermehrung der üblichen Art war damit ausgeschlossen.
Auch ich habe damals eine Odorella erworben, die aber trotz angeblicher Winterhärte den Winter nicht überlebte. Ich weiss leider nicht, was ich falsch gemacht habe.
Und jetzt beginnt der Niedergang. Jedenfalls war nach kurzer Zeit diese Züchtung nicht mehr erhältlich und ist es meines Wissens immer noch nicht. Eigentlich schade.
Aber seit einiger Zeit begegnen mir immer wieder kleinblütige Zimmeralpenveilchen mit hellrosa Blüten, die duften. Auch die sind steril. Sie sind nicht besonders gekennzeichnet, aber es lohnt sich, im Gartencenter die Nase an die rosablühenden zu halten.
Nur, wohin sind die Odorella gewandert? Gibt es noch Menschen, die sie über diese Zeit gebracht haben? Oder endet dieses Märchen von der Kreuzung zweier Arten traurig.

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