Juli

10.07.2020
So heiss wie letztes Jahr wird es diese Jahr wohl nicht, aber fast genauso trocken. Der angekündigte Regen blieb und bleibt aus, die Tonne ist leer und die Wasserrechnung steigt unaufhaltsam an.

Heute morgen sah ich ein Hummelschwänzchen am Phlox. Das Hummelschwänzchen ist sozusagen der große Bruder des Taubenschwänzchen, das im Frühling überall im Garten stand. Und „stand“ meine ich wörtlich, beide Schmetterlinge haben die Fähigkeit, vor einer Blüte in der Luft zu stehen und mit ihrem langen Rüssel Nektar zu saugen. Und wie schon letztes Jahr um diese zeit hatte ich keine Kamera griffbereit. Aber in den nächsten Tagen werde ich mich auf die Lauer legen, offenbar ist der Phlox eine der Lieblingspflanzen dieses kolibriartigen Falters. Die Raupen sind an der roten Heckenkirsche zu finden, ein Strauch, der im Garten am Zaun gut gedeiht. Eigentlich ist das Hummelschwänzchen ein Nachtfalter der Gruppe der Schwärmer, der aber tagsüber fliegt.

03.06.2020
Der Juni begann sommerlich mit blauem Himmel und viel Sonne. Auch heute ist es warm, aber die frische Luft ist sommerlicher Schwüle gewichen. Hoffentlich bringt sie ein wenig Regen, denn die Tonne ist mal wieder leer. Im Garten ist nicht viel zu tun, nur Giessen ist angesagt und Verblühtes abschneiden. Mein Salat kommt gut, ich hatte ihn im vorigen Monat ausgesät und ich denke, im Laufe dieser Woche werde ich ernten können.

10.06.2020

Mittlerweile hat es geregnet, die Tonne ist wieder voll, aber die sommerliche Wärme ist gewichen. Experten sagen, die Schafskälte sei daran schuld. Die Schafskälte ist ein Kaltluftvorstoß aus dem Norden, der oft zwischen dem 4. bis 25. Juni vorkommt. Und dieses Jahr begann dieses Wetterereignis genau am 4. Juni. Die Schafskälte heisst übrigens so, weil sie in die Zeit fällt, in der traditionell die Schafe geschoren werden und dann schrecklich frieren. Es ist einfach nicht schön, bei nächtlichen einstelligen Temperaturen nackt schlafen zu müssen.

Dem Garten macht der Temperatursturz wenig aus, die Sommerblüher wachsen kräftig. Die Rosen wie auch die Pfingstrosen blühen alle, das Gemüse wächst kräftig und mir scheint, die ersten Erbsen sind erntereif. Erbsen sind neu für mich, bisher kannte ich nur Erbsen aus Dosen. Das heisst, ich habe (noch) keine Ahnung, wie man frische Erbsen verarbeitet. Ich könnte sie trocknen, denn mit getrockneten Erbsen kann ich umgehen. Und um ganz ehrlich zu sein, ich weiss nicht einmal, welche Sorten ich ausgesät habe, die Samentüte ist leider irgendwie verschwunden.

17.06.2020
So langsam beginnt die Zeit, in der man sich mal ruhig in den Garten setzen kann, Kaffee trinken, ein Buch lesen …. Die harte Arbeit ist vorbei, der Garten läd zum Genuss. Das einzige, was zur Zeit anfällt, ist Verblühtes zu entfernen und zu giessen. Sogar letzteres ist zur Zeit nicht mehr so aufwändig, der Regen der letzten Tage hat dafür gesorgt. Zu Ernten gibt es auch noch nichts. Die Himbeeren kommen erst im Herbst, Erbsen und Bohnen sind noch nicht so weit und die Erdbeeren sind noch ziemlich grün, aber vielversprechend. Nur Salat gibt es reichlich, in verschiedenen Sorten. Zeit zum entspannen und zum Pläne machen. Einige der Kübelpflanzen sollen in den Garten gesetzt werden, mal sehen, wo noch Platz ist.

28.06.2020
Nun ist auch der Juni schon fast wieder zu Ende. Das Leben hat sich ein bisschen normalisiert, obwohl – das Virus ist nach wie vor präsent – in den Nachrichten, in den Geschäften, auf der Straße, überall, wo Menschen zusammentreffen. Umso schöner ist es, im Garten zu sitzen, mit den Nachbarn über den Zaun ohne Maske zu plaudern.

Zisterzienserrose

Zisterzienserrose

Ja, der Garten. Die Frühjahrsblüher, auch die ganz späten haben sich zurückgezogen und den Garten den Rosen überlassen. Und die stehen in voller Blüte, ich gehe jeden Tag durch den Garten und entferne alles Abgeblühte, um die zweite Blüte zu befördern.Die Sommerblüher stehen in den Startlöchern und zeigen Blütenansätze. Auch das Gemüse macht sich gut, die letzten heissen Tage waren wachstumsbeschleunigend. Eine ausgesäte Zucchini produziert Monsterblätter, die eher nach Kürbis aussehen, zeigen aber nur schwache Blütenansätze von ausschliesslich männlichen Blüten, gut zu erkennen an den schmalen, dünnen Stängeln. Ich bin mal gespannt, was sich daraus entwickelt und ob es überhaupt essbar ist. Der Samen stammt aus meinem Adventskalender, in jedem Kästchen waren Gemüsesamen oder Kräutersamen enthalten und eben auch dieser Zucchinisamen.

Die Seerose, die jetzt im dritten Jahr im Teich wächst, hat dieses Jahr ihre erste Blüte hervorgebracht. Wunderschön, ein strahlendes Weiss mit klatschgelben Staubgefässen. Ich mag diesen naturnahen Look.

30.06.2020
Das Juni-Wetter war im Ganzen ziemlich warm mit ziemlich viel Sonnenschein, aber auch ein wenig Regen, genug, um die Tonne zu füllen.


07.05.2020

Rosenkäfer im Flieder

Rosenkäfer im Flieder

Seit ein paar Tagen schon schwirren erst einer dann mehrere gold-grüne, glänzende Käfer auf der Terrasse herum mit lautem Gebrumm – die Rosenkäfer sind wieder da. Anders als der Name vermuten lässt ist meistens der Flieder ihr Ziel, die Rosen scheinen nicht zu interessieren. Die Engerlinge finde ich meistens im Herbst im Kompost oder auch in meinen Hochbeeten. Zumindest vermute ich mal, dass es sich um die Larven der Rosenkäfer handelt. Allerdings habe ich noch nie beobachten können, dass sich die Larven auf dem Rücken liegend fortbewegen, wie manche beschreiben. Meine Larven blieben einfach zusammengekrümmt liegen.

Rosenkäfer

Rosenkäfer (Cetonia aurata)

Der Rosenkäfer gehört zu den besonders geschützten Arten gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz, gilt aber nach der Roten Liste gefährdeter Tiere Deutschlands nicht als gefährdet. Im Garten ist der Käfer völlig harmlos, man findet ihn am Holunder, an Rosen und Weissdorn und auch am Flieder. Seine Larven sind wie alle Larven zwar sehr gefräßig, aber sie leben von totem, verottendem Material und lassen – anders als die Larven des Dickmaulrüsslers – die Wurzeln von lebenden Pflanzen in Ruhe.

 

 

Rosenkäferlarve

Larve des Rosenkäfers

Der erste Frühlingsflor ist vorbei, die Narzissen, Tulpem, Krokusse sind verblüht und ihr Laub wird unansehnlich. Aber die nächte Gruppe ist schon das. Die Vergissmeinnicht färben ganze Bereiche des Gartens blau, die Akeleien zeigen immer neue Farbvarianten – dieses Jahr ist zum ersten mal eine blaue gefülltblühende aufgetaucht. Die Rosen haben dicke Knospen und es sieht so aus, als ob die Rose de Resht dieses Jahr das Rennen um den ersten Platz gewinnen wird.

Die Fensterbank wird langsam zu klein, dicht gedrängt steht das vorgezogene Gemüse – Tomaten, Paprika, Zucchini, Kürbis usw.. Alles warten auf das Ende der Eisheiligen, die laut Wetterbericht morgen oder übermorgen beginnen sollen.

11.05.2020

Heute morgen ist der Herbst ausgebrochen: heftiger Regen, Nebel, ein Tag in grau. Und die Temperaturen sind Novembermäßig, schlappe 3 Grad zeigte das Thermometer am Morgen, jetzt am Nachmittag sind es gerade mal 6 Grad. Die Regentonne ist wieder gut gefüllt und der Garten hat die Nässe von oben sichtlich genossen.

14.05.2020
Kalt war es in den letzten Tagen, die Eisheiligen kamen dieses Jahr pünktlich. Nach dem anfänglichen Regen kam trockenes Wetter mit nächtlichen Temperaturen so um die zwei Grad plus. Heute nachmittag wurde es dann aber wieder wärmer, immerhin 15 Grad verzeichnete das Thermometer. Das kälteempfindliche Gemüse steht in den Startlöchern auf der Fensterbank. Ab dem Wochenende kann ausgepflanzt werden – laut Wetterbericht. Ich freue mich schon darauf. Besonders freue ich mich auf Spaghetti mit dem selbst gezogenen Freiland Basilikum und dem selbstgemachten Pesto Genovese.

18.05.2020
Die Eisheiligen sind vorbei und die empfindlichen Pflanzen ziehen langsam ins Freie: Tomaten, Gurken, Paprika und noch ein paar andere. Nachts ist es immer noch ziemlich frisch, aber ich denke, das halten sie au, denn sobald die Sonne aufgeht, steigen die Temperaturen schnell an.

Seit zwei Wochen stehen die beiden Wandelröschen (Lantana) im Freien. Ich habe sie zum ersten Mal überwintert und es scheint geklappt zu haben, denn beide zeigen ganz kleine Austriebe.Jetzt mit den wärmeren Temperaturen müsste sich der Austrieb doch beschleunigen.

25.05.2020
Die Rosenblüte ist in vollem Gange, der ganze Garten duftet nach Rosen. Und es summt auch überall. Die erste Pfingstrose hat ihre Blüten geöffnet, es ist der Sämling, den ich gezogen habe und der ein Erdhummelliebling ist. Zu mehreren hängen die Hummeln in den Blüten, sie wühlen sich geradezu in die Staubgefäße hinein.

Libelle

die Libelle, die mir vor die Linse kam

Auch am Teich tut sich was. Neben den immer präsenten Wasserläufern sind die Libellen da. Ich bin nicht so der große Kenner, aber ich habe mal gegoogelt. Libellen sind an meinem Teich sicherlich ein Segen, denn sie vertilgen die Mücken, die ihre Eier gerne in stehendem Gewässer ablegen. Libellenlarven, vorausgesetzt, dass die Libellen sich dort vermehren möchten, vertilgen die Larven von Mücken und tragen so zum biologischen Gleichgewicht bei.
Nach den heissen Tagen der Vorwoche ist wieder ein temperatursturz eingetreten, das Thermometer zeigt nur noch maximal 16 Grad und am Wochenende hat es ein wenig geregnet, aber nicht genug, um die leere Tonne zu füllen. Ich brauche unbedingt noch eine weitere Regentonne, aber das gestaltet sich leider schwierig und viel aufwändiger, als ursprünglich gedacht.

Jetzt ist die Zeit des Chelsea Chop, von dem ich zu meiner Schande erst neulich etwas gehört habe. Unter Chelsea Chop versteht man den Rückschnitt der Sommer- und Herbstblütenstauden (Astern, Phlox und ähnliche) um etwa ein Drittel. Damit verzögert man die Blüte und verlängert die Blütedauer. Wenn man nun in unterschiedlicher Höhe schneidet, erreicht man zusätzlich eine besser Sichtbarkeit der blüten und regt ausserdem noch die Verzweigung an. Benannt ist der Chelsea Chop nach dem Zeitpunkt der Chelsea Flower Show, zu der ich schon immer mal fahren wollte – irgendwann nach Corona klappt das hoffentlich. Ich werde das mal an der hohen „fetten Henne“ (Sedum) ausprobieren, die zum zusammenfallen neigt.

31.05.2020

Pünktlich zu Pfingsten blühen die Pfingstrosen: Shirley Temple, Hawaian Pink, Sarah Bernhard, mein selbst gezogener Sämling. Die einzigen, die nicht blühen, aber Miniaturhafte Blüten haben, sind die Wurzelstecklinge, die ich voriges Jahr genommen habe. Aber auch die zeigen kräftiges Laub und ich denke, im nächsten Jahr werden sie mir mir ihren Blüten Freude machen.

Am Feuerdorn gibt sich alles ein Stelldichein, was fliegen kann, jede Menge unterschiedliche Wildbienen, Käfer, alles, was Nektar schätzt. Wenn man dem Strauch sich aus der Ferne nähert, wird man schon mit lautem Gebrumme begrüßt.


02.04.2020
Auf einen Aprilscherz wollte ich dieses Jahr verzichten, deshalb beginne ich den Monat April einfach mal am 02.

Inzwischen habe ich Kartoffeln in den neuerworbenen Kartoffelturm gelegt, die beiden neuen Hochbeete mit Kompost und Erde befüllt (leider nicht ganz vollständig, denn auf Grund der jetzigen Situation kann ich einfach nicht genug Erde herbeischaffen). In das eine Hochbeet habe ich den Rhabarbar gepflanzt, ich denke im Topf kann er sich nicht ausreichend entfalten. Ins andere kommen Artischocken in die Mitte, als Blickfang – und natürlich auch zum Essen.

Leider liegen jetzt manch andere Pläne auf Eis – Materialmangel oder auch Beschaffungsschwierigkeiten. Also beschränke ich mich dieses Jahr auf Pflegemaßnahmen. Der im Herbst letzten Jahres neu angelegte Teich möchte befüllt werden – aber womit? Ich beginne damit, Ableger aus dem 2-jährigen Teich dort hineinzusetzen. Das gleiche gilt für das im Herbst neu angelegte Beet. Ich werde dieses Jahr einfach mal Sommerblumen auszusäen. Mal schauen, was daraus wird.

06.04.2020
Tag X der Corona-Einschränkungen. Mir fehlt Gartenerde, mir fehlen die Balkonpflanzen, die ich jedes Jahr für den schattigen Ostbalkon kaufe, mir fehlen Familie und Freunde. Dieses Jahr muss ich experimentieren. Erde wird in großem Stil recycelt, das ist zwar nicht neu für mich, aber aus Bequemlichkeit habe ich immer wieder ein paar Säcke hinzugekauft. Leider ist ist Komposter fast leer und noch einen Teich möchte ich nicht graben, nur um den Aushub in die Balkonkästen zu schütten. Aber es geht auch so. Die Erdreste in den Kästen werden mit frischem Biomüll gemischt. Das müsste funktionieren. Und als Bepflanzung werde ich die Saattüten sichten, Tagetis ist auf jeden Fall noch da, in allen Variationen und Ringelblumen. Schnecken sind auf dem Balkon nicht zu befürchten, nur der Mangel an Sonne könnte ein Problem sein, aber vielleicht möchte die Sonne ja schon ganz früh morgens scheinen.

13.04.2020
Ostern ist jetzt auch schon fast vorbei – ein ganz stilles Osterfest ohne Besuch, ohne einen Ausflug, aber mit strahlendem Wetter. Aber kalt ist es geworden, die sommerlichen Temperaturen der letzten Tage sind einer Kaltfront aus dem Norden gewichen. Nur in der Sonne – wenn sie sich sporadisch sehen lässt – ist es noch schön warm, aber am Gartentisch kann ich zur Zeit nicht sitzen.

Der Flieder beginnt zu blühen, noch sind die Knospen nicht auf, aber in ein, zwei Tagen ist es so weit. Dann duftet der Terassensitzplatz nach Flieder.

14.04.2020
Was für ein strahlend schöner Tag, aber mit frostigen Temperaturen in der Nacht und am Morgen. Eigentlich brauchen wir ja Regen, der Boden hat zwar im Winter mehr als genug Nässe aufgenommen, aber so langsam wird es schon wieder kritisch. Die Kübelpflanzen müssen wie im Hochsommer täglich kräftig gegossen werden. Die Osterglocken sind bis auf ein paar wenige spätblühende Exemplare verblüht, aber die Tulpen sind da und auch die Obstbaumblüte hat begonnen. Nur mein Apfelbaum scheint dieses Jahr überhaupt nicht blühen zu wollen, stattdessen hat sich der falsche Mehltau an den Astspitzen niedergelassen.

21.04.2020

Taubenschwänzchen

Taubenschwänzchen
Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported
Attribution: Jerzy Strzelecki

Dieses Jahr steht nicht nur im Zeichen von Corona, sondern auch im Zeichen des Taubenschwänzchen. Noch nie habe ich so viele Exemplare im Garten gesehen. Sie stehen in der Luft, um dann plötzlich wie ein Kolibri vor einer Blüte stehenzubleiben um mit ihrem langen Rüssel Nektar zu saugen. Manche verwechseln die Tierchen mit einer Bienenart mit Stachel vorne. Aber weder Bienen noch Wespen sind in der Lage bewegungslos (es bewegen sich nur die Flügel mit enormer Geschwindigkeit) in der Luft zu stehen. Diese Fähigkeit ist sehr Energie intensiv, deshalb sind die Taubenschwänzchen auch nicht sehr wählerisch, was ihre Futterpflanzen betrifft. Im Augenblick ist es der Flieder, der sie anzieht. Davor waren es die kleinen Anemonen.

Wir brauchen immer noch Regen, die Regentonne ist leer, etwas, das im April noch nie vorgekommen ist. Ich giesse bereits seit zwei Tagen mit Leitungswasser und ich giesse vergleichsweise viel. Ich sammle im Augenblick Plastikflaschen ohne Pfand, schneide den Boden ab, piekse ein Loch in die Verschlusskappe und versenke das ganze im Hochbeet. Dadurch bewässere ich die unteren Bodenschichten und verringere so die Verdunstung. Das spart auf jeden Fall Wasser.

28.04.2020

Das bisschen Regen, das heute nacht vom Himmel gekommen ist, war leider nicht mal für die Tonne gut. Hoffentlich kommt noch in den nächsten Tagen etwas nach, sonst sehe ich schwarz für die Wasserrechnung.

Die Aussaatschalen belegen die Fensterbank fast vollständig und die Pflänzchen gedeihen recht gut. Man kann ihnen ansehen, dass sie ins Freie wollen. Aber heute ist es ziemlich kühl geworden, 13 Grad zeigte das Thermometer heute mittag, zu wenig, um Bohnen nach draußen zu setzen.

30.04.2020
Seltsame Zeiten, ein seltsamer Monat. Der April war wohl der wärmste April seit dem Beginn der Wetteraufzeichnung, aber die letzte Woche brachte dann doch echtes Aprilwetter, nur der Schneeregen hat gefehlt. Sonst hatten wir alles: tiefe Temperaturen, Regenschauer, heftigen Regen, Gewitter, Sonne, Wärme ….

Laut DWD war das Saarland im April 2020 das wärmste und das zweitniederschlagsreichste Bundesland, auch wenn letzteres immer noch zu wenig war.

Jetzt steht der Mai in den Startschuhen und damit auch die große Pflanzaktion. Alle nicht so ganz winterharten Gewächse wollen an die frische Luft: Tomaten, Artischocken, Gurken, Zucchini, Kürbis und vieles mehr. Alles drängt sich noch auf der Fensterbank. Vor allem die Bohnen müssen unbedingt nach draußen, ich habe sie wohl ein bisschen früh ausgelegt. Die Hochbeete sind vorbereitet, die Pflanzaktion kann ab Montag beginnen, denn ab dann sind warme Temperaturen gemeldet. Hoffentlich weiß die Bohnenfliege das auch. Letztes Jahr habe ich die Bohnen offenbar zu früh gesetzt, denn nur wenige Bohnen haben sich tatsächlich entwickelt.


05.03.2020
Der März gestaltet sich wie der Februar: Dauerregen. Es hört einfach nicht auf. Die Regentonnen und -fässer sind übervoll, die beiden kleinen Teiche stehen inmitten einer Sumpflandschaft. In den Garten mag ich gar nicht mehr gehen, der ist ein einziges Schlammbad. An Gartenarbeit ist nicht zu denken. Und der Wetterbericht bringt nichts Tröstliches, Dauerregen auch in der nächsten Woche. Da kann man schon echt depressiv werden.

10.03.2020
Es regnet schon wieder, gestern gab es eine kleine Pause mit nur einigen Schauern, aber heute zeigt sich der Dauerregen wieder. Es ist zum Verzweifeln, seit dem Herbst regnet es ununterbrochen, wir versinken im Matsch, an Garten ist überhaupt nicht zu denken. In Abwandlung einer irischem Wetterregel möchte ich sagen: „Spring takes place on a Monday.“

12.03.2020
Es ist zum Mäuse melken: Statt der versprochenen wärmeren Temperaturen, ist eine Kaltfront ins Land gezogen. Schlappe 5 Grad und Nieselregen.

21.03.2020
Der Frühling ist zwar gekommen, aber dieses Jahr hatte er auch ein Virus im Gepäck, das unser aller Leben auf den Kopf gestellt hat. Das Corona-Virus bedroht uns alle und verändert unser Leben radikal. Schulen sind geschlossen, Betriebe machen dicht, wir sollen Kontakte meiden, sogar mit unseren Lieben.
Wir Gartenbesitzer zählen dabei zu den Glücklichen, zu den Privilegierten. Wir können unsere Gärten weiter bearbeiten, wir können uns dort erholen, unsere Ferien verbringen, sogar eine eventuelle Quarantäne vergleichsweise angenehm verbringen.

Ich muss immer an die Menschen denken, die alleine in einer kleinen Wohnung ohne Balkon sitzen und das Haus nur für das Nötigste verlassen dürfen. Vielleicht hilft ein bisschen Natur auf dem Fensterbrett drinnen oder draußen. Auch wenn die Gartencenter und Baumärkte geschlossen sind, die Lebensmittelmärkte haben oft auch dafür ein passendes Angebot.

26.03.2020
Gärtnern im Zeichen von Corona – ganz schwierig. Mich plagt das Mitgefühl, mit allen denen, die keinen Garten haben, in dem sie Ausgangsbeschränkungen, Quarantäne usw. leichter ertragen können. Aber zum Glück können fast alle von uns das herrliche Wetter draußen geniessen, auch wenn nur alleine oder zu zweit.

Ich war in den letzten Tagen, in denen die Sonne uns so verwöhnt hat, täglich mehrere Stunden im Garten. Ich habe das neue Beet von ein paar unerwünschten Grashalmen befreit, die Erde auf die Hochbeete verteilt, den Rhabarber ins eins der Hochbeete gesetzt, Pläne für einen Weg durch den langen Reihenhausgarten gemacht, Osterbepflanzungen fertiggemacht und vieles mehr.
Ja, der lange Weg: Bisher beherrschte Rasen die Mitte des Gartens mit schmalen Beeten links und rechts. Aus dem Rasen soll jetzt nach und nach eine Blumenwiese werden und das heisst natürlich, dass ein langer geschwungener Weg durch den Garten führen muss, den man auch trockenen Fußes bei Regen begehen kann. Als Material haben wir Rindenmulch angedacht, vielleicht mit einer Folie darunter, weil das so schön natürlich wirkt. Aber Rindenmulch ist zur Zeit nicht zu haben, dashalb ruht alles natürlich.
Aber Pläne kann man ja machen.
31.03.2020
Zum Abschluss brachte der März noch einmal Nachtfrost, wesentlich mehr als im ganzen Winter davor. Aber das hat auch seine guten Seiten: selten war die Blühdauer der Zwiebelpflanzen länger als dieses Jahr, die niedrigeren Temperaturen am Tage und die Kälte in der Nacht verhelfen Narzissen, Krokusse und Co. zu einer ungeahnten Blütedauer.

Laut DWD waren die Temperaturen im März 2020 mit 6,1 °C eher milde, aber der Dauerregen machte uns zum regenreichsten und sonnenärmsten Bundesland.