Blumen und Sträucher

Sommer, wo bist du?

Angesichts der Aussichten für die kommende Woche kann man nur Trübsal blasen. Ich hoffe, es gibt noch Ecken in diesem Land, die nicht so sehr mit Regen gestraft werden. Offenbar möchte die Natur den Regenmangel der letzten Sommer dieses Jahr nachholen. Ist ja eigentlich auch gut so. Aber trotzdem, das regnerische Wetter schlägt schon auf die Stimmung.

Blindschleichen auf Fahrwegen in Norddeutschland
Von Christian Fischer, CC BY-SA 4.0, Link

Und natürlich, was dem einen sein Leid, ist dem anderen sein Freud. Die Schnecken gedeihen dieses Jahr prächtig: die Bohnen haben sie erledigt, ebenso die zarten Tomatensetzlinge. Über meine Dahlien schweige ich lieber. Umso erfreuter war ich neulich, als ich im Dahlienbeet eine Blindschleiche entdeckte. Blindschleichen ernähren sich unter anderem nämlich von Nacktschnecken und gehören deshalb zu den hochwillkommenen Bewohnern des Gartens. Auch die Engerlinge des Dickmaulrüsslers stehen auf ihrem Speiseplan. Hoffentlich vermehrt sich die Schleiche kräftig.

Auch im Teich tut sich was: kleine Kaulquappen schwimmen herum, wohl Teichmolche, die ja letztes Jahr schon eingezogen sind und jede Menge Libellenlarven. Dieses Jahr baue ich den Molchen noch eine Unterkunft, in der sie ungestört überwintern können.

Böse Blumen

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Böse Blumen: Zwölf giftige Pflanzenkrimis von Klaudia Blasl

Das Buch war ein Weihnachtsgeschenk, das ich noch am Tag selber zu lesen begann. Schon die erste Geschichte war toll. Wer allerdings einen klassischen Whodunnit sucht, der ist hier verkehrt. Es geht meistens nicht darum, wer der Mörder ist, sondern es geht darum ein Puzzle zusammenzustellen, zu dem einfach ein paar Teile fehlen. Nicht alle Geschichten sind in sich geschlossen, Spaß machen sie aber immer und die Lösung ist auch nicht immer überraschend. Trotzdem bietet das Buch viel Lesevergnügen und die bösen Blumen darin sind viel spannender als die bösen Buben (oder Damen).

Gift, so sagt man, sei ja die Waffe der Frauen, was auch hier sich bestätigt. Man könnte sogar ergänzen, Gift ist die Waffe der Gärtnerinnen, denn nur sie wissen genug über ihre Pflanzen und deren Potential. Für uns Gärtnerinnen sind die „Bösen Blumen“ auch eine Art Fortbildung, denn wer ahnt schon, welche bösen Eigenschaften in unseren Garten- und Zimmerblumen schlummern.

Insgesamt habe ich das Buch regelrecht verschlungen und freue mich auf eine Fortsetzung, die im Frühjahr erscheinen soll.

Übrigens, ein Interview mit der Autorin Klaudia Blasl gibt es als Podcast, als .mp3 Download bei Gartenradio.

Calla

Calla

Calla

Calla Zantedeschia

Im Frühjahr habe ich mir beim Lebensmitteldiscounter meines Vertrauens eine Callaknolle geleistet. Gut, ich weiß, dass man beim Discounter keine Blumen kaufen soll, aber ich kam (mal wieder) nicht daran vorbei. Die Abbildung war vielversprechend und ich habe die Knolle dann auch genau nach Anleitung gepflanzt.

Das Ergebnis lässt sich sehen. Eine reichblühende Pflanze. Ich habe sie vorsichtshalber in einen Kübel gesetzt, in meinem schneckenverseuchten Garten ist das ein „Muss“, aber es scheint, Schnecken sind nicht so wild auf Callas. Vielleicht traue ich mich, sie nächstes Jahr ins Beet zu setzen.

Eigentlich heisst die Calla Zantedeschia, gehört, wie man auch sehen kann, zur Familie der Aronstabgewächse, stammt aus Südafrika und ist deshalb natürlich nicht winterhart.

Im Sommer braucht die schöne Südafrikanerin Sonne, warme Temperaturen, Dünger und regelmäßige Wassergaben, damit sie reichlich blühen kann. Im Winter lagert man die Knollen trocken (manche sagen knochentrocken) in einem frostfreien Raum. Ob sie Licht brauchen oder nicht, konnte ich noch nicht herausfinden, aber wenn das Laub einzieht, ist eigentlich Licht auch nicht mehr nötig. Ich werde sie jedenfalls trocken, frostfrei und dunkel überwintern und hoffen, dass es funktioniert und dass ich sie nächste Jahr auch ohne Kübel im Garten auspflanzen kann.

Oleander

Oleander (Nerium oleander) – Rosenlorbeer

Oleander (Nerium Oleander) scheint sich zur Lieblingspflanze auf Balkon und Terrasse entwickelt zu haben. Ab April, manchmal schon im März sind die Gartencenter voll von Oleander in allen möglichen Farben, in den klassischen wie rot, rosa und weiss, aber auch neueren Züchtungen mit pfirsichfarbenen, lachsfarbenen oder gelben Blüten.

Wo kommt Oleander her?

Oleander ist eine echte Mittelmeerpflanze und wächst dort bevorzugt an den Ufern von Gewässern. Die Pflanze wird dort bis zu 4 m hoch und entsprechend breit, gehört also zu den Sträuchern. Und wie die meisten Mittelmeerpflanzen ist der Oleander nicht wirklich frosthart, Temperaturen bis minus 5 Grad toleriert er, darunter geht gar nichts mehr. Und damit stellt sich in unserem Klima das Problem der Überwinterung.

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Oleander überwintern

Im Freiland kann der Oleander nur im Weinbauklima gehalten werden und auch dort nur mit gutem Frostschutz. Ich habe meine fünf Oleander letztes Jahr im Freien überwintert, die Töpfe eingegraben und die Blätter in Vlies gehüllt. Überlebt haben es alle, denn der Winter 2018/19 war auch nicht besonders kalt, aber zwei sind stark zurückgefroren, haben aber im Frühling wieder ausgeschlagen. Natürlich fiel im Sommer dann die Blüte leider aus. Den Winter 2019/20 haben sie bis jetzt im Freien verbracht, vor einer Mauer, mit Vlies geschützt, aber bis jetzt gab es ja auch noch keinen Winter. Wenn es richtig kalt wird, müssen sie leider in den dunklen Keller.
Das ideale Überwinterungsquartier ist ein kalter Wintergarten oder unbeheiztes Gewächshaus.Auch im Keller oder in der Garage kann der Oleander dunkel überwintert werden, allerdings sollten die Temperaturen dann nicht über fünf bis zehn Grad Celsius ansteigen. Faustregel: Je dunkler der Raum ist, desto niedriger sollte die Überwinterungstemperatur sein. Um einem Befall mit Schildläusen vorzubeugen, ist auch bei guter Belichtung eine niedrige Raumtemperatur empfehlenswert. Trotzdem, im dunklen kalten Keller bekommen meine Oleander immer Schildläuse. Ich lasse sie deshalb so lange wie irgend möglich im Freien. Im Dunklen verlieren die Oleander ihre Blätter, die treiben aber im Frühjahr wieder aus.

Oleander vor dem Überwintern schneiden

Üblicherweise schneidet man Oleander zurück, bevor er zum Überwintern ins Winterquartier umzieht. Meist geschieht dies aus Platzgründen, denn Oleandersträucher können sich mit den Jahren zu riesigen Exemplaren entwickeln. Hierbei dürfen nicht alle Triebe komplett zurückgeschnitten werden, da sich an den Triebspitzen bereits im Spätsommer die Blütenknospen für die kommende Saison gebildet haben. Also, nur bis zur ersten Knospe zurückschneiden, sonst fällt die Blüte im nächsten Sommer aus. Pflegemaßnahmen kann man auch durchführen, kranke Triebe werden entfernt und die Pflanze wird ausgelichtet.

Rückschnitt im Spätwinter

Im Spätwinter oder sogar erst im März lassen sich die Schäden durch die Überwinterung besser erkennen und dabei auch Schädlinge entfernen. Auch ein radikaler Rückschnitt („auf den Stock setzen“) wird dann am besten vertragen, gerade wenn die Pflanze – was häufig vorkommt – unter Schildläusen leidet, ist dieses Vorgehen zu empfehlen, denn der Oleander steckt im März viel Energie in das Wachstum neuer Triebe. Auf den Stock setzen bedeutet, alle Triebe werden ungefähr 10 bis 20 Zentimeter über der Erde gekappt (ins alte Holz schneiden), der Oleander bekommt frische Erde und sieht natürlich jetzt sehr bescheiden aus. Allerdings treibt der Oleander anschliessend schnell wieder aus, nur blühen wird er inm Sommer natürlich nicht. Dieser Radikalschnitt sorgt dafür, dass die Pflanze schön buschig bleibt und die Schädlinge hoffentlich verschwunden sind. Aber generell kann der Oleander zu jeder Jahreszeit zurückgeschnitten werden, er ist nicht übelnehmerisch. Ein regelmäßiger Rückschnitt sorgt für reiche Blüte und fördert einen buschigen Wuchs. Wichtig: bei allen Schnittmaßnahmen Vorsicht walten lassen, der austretende Milchsaft ist giftig und reizt die Haut.

Vermehrung

Samenstände

Samenstände am Oleander

Oleander lassen sich gut über Stecklinge vermehren. Entweder schneidet man einen Kopfsteckling von einem blütenlosen Trieb, oder man nimmt ein Stück eines verholzten Triebes, entfernt die unteren Blätter, stellt das ganze in ein Glas oder eine Vase mit Wasser und dann auf die helle Fensterbank. Nach etwa 4 Wochen bilden sich Wurzeln. Danach kommen die jungen Pflanzen in einen Topf mit Anzuchterde und werden dann im ersten Winter auf der Fensterbank überwintert. Ideal sind Temperaturen von etwa 18 Grad. Im nächsten Sommer dürfen sie dann ins Freie.
Selten produzieren Oleander Samen. Doch die Aussaat ist schwierig, ich habe es probiert, aber es hat nicht geklappt. Die Samenstände haben sich im Winter geöffnet, aber die Samen waren wohl nicht keimfähig.

Pflege

Oleanderblüte

Oleanderblüte

Im Freiland in seiner Heimat am MIttelmeer wächst der Oleander oft an Flüssen und entsprechend ist auch sein Bedarf an Wasser. Gerade im Sommer muss der Oleander kräftig gegossen werden, oft sogar mehrmals am Tag. Ich grabe ihn im Sommer meistens mit dem Topf ein, das verringert die Gießmenge. Nasse Füße (Wasser im Untersetzer) verträgt der Oleander gut, auch leicht temperiertes, kalkhaltiges Wasser bekommt ihm gut. Was er auf die Dauer nicht mag, ist Regenwasser, nasse Sommer sind nichts für den Mittelmeeranrainer und begünstigt den gefürchteten Oleanderkrebs.

Krankheiten

Ab Anfang Mai fallen die Blattläuse über den Oleander her – die Oleanderblattlaus erkennt man leicht an ihrer honiggelben Farbe. Als Folge davon siedeln sich oft dunkle Rußtaupilze an. Im naturnahen Garten kommt es aber meistens nicht so weit, denn die Marienkäfer, Schwebfliegen und andere erledigen das Problem zuverlässig. Auch Befall von Spinnmilben, Woll- und Schmierläusen kommt vor. Ursache ist meist ungünstige Witterung.
Den durch Bakterien entstehenden und ansteckenden Oleanderkrebs erkennt man an kleinen schwarzen, von einem hellen Rand umgebenen Flecken, die sich später aufwölben und aufbrechen, sowie an schwarzen Zweigen und krüppeligen Verdickungen an den Blütenzweigen. Dann hilft nur noch Rückschnitt bis ins gesunde Holz. Die erkrankten Triebe in der Restmülltonne entsorgen (nicht in der Biotonne und schon gar nicht auf dem Komposthaufen) und anschliessend die Gartenschere desinfizieren, Oleanderkrebs ist stark ansteckend.

Canna

Canna

Canna

Canna indica – das Blumenrohr

Canna Indica heisst das indische Blumenrohr mit vollem Namen, auch wenn es nicht aus Indien stammt, sondern in Südamerika heimisch ist. Es braucht viel Sonne, viel und regelmäßig Wasser und Dünger, dann erblüht es zu voller Schönheit und Größe. Im Freiland kann die Pflanze durchaus über einen Meter hoch werden, im Blumentopf bleibt sie eher klein.

Einmal habe ich eine Canna zum zweiten Mal zum Blühen gebracht. Halt, das ist nicht ganz richtig. Also, im Jahr davor habe ich sie als fertige Pflanze gekauft. Sie hat auch geblüht, aber so richtig Freude hat sie mir nicht gemacht. Die Blüte war klein, und die Schnecken haben erst die Blätter und dann auch Teile der Blüte gefressen. Ich habe den Fehler gemacht, die Pflanze direkt in die Erde einzugraben.
Im Herbst habe ich dann das Rhizom entfernt und über den Winter in Zeitungspapier gewickelt eingelagert, und ein bisschen feucht gehalten – aber wirklich nur ein bisschen. Im Frühling habe ich das Rhizom dann in einen Topf mit frischer Erde gegeben und das Resultat war eine Blüte, die fast ganz schneckenfrei war.

Ende November (!) waren die Samenkapseln, die ich leider nicht fotografiert habe, reif und enthielen genau drei Samen. Die habe ich im Jahr darauf ausgepflanzt und zwei junge Pflanzen waren das Ergebnis. Die Farbe der Blüten war dann orange-gestreift und die Blüte selber war im Vergleich zur Mutterpflanze eher klein. Aber hübsch. Leider haben beide Sämlinge den darauffolgenden Winter nicht überlebt. Warum auch immer, ich habe nichts anders gemacht.

Canna Sämling

eine Sämlingspflanze

Sortenecht lässt sich die Canna durch das Teilen der Rhizome vermehren. Teilung ist wirklich ganz einfach bei den Cannas und nicht so aufwändig wie die Vermehrung durch Samen, denn die Rhizome vermehren sich im Laufe der Jahre ganz enorm.

Obwohl man Canna durchaus den Sommer lang im Garten eingraben kann, bleiben sie bei mir im Kübel. Der Grund sind die oben erwähnten Nacktschnecken, die das Blumenrohr und vor allem seine Blüten für einen Leckerbissen halten.

Vor den ersten Frösten muss die Pflanze unbedingt ins Haus. Sie wird auf ungefähr 5cm zurückgeschnitten und bei ca. 10 Grad dunkel und trocken überwintert. Nur ganz austrocknen darf die Erde nicht. Ab Januar kann man sie vorziehen, dann blühen sie früher. Aber ein zu warmes Zimmer führt zu Schädlingsbefall.