Schönfrucht ‚Profusion‘

Schönfrucht
Die Schönfrucht (noch im Topf)
Der Strauch mit dem schönen Namen Schönfrucht oder Liebesperlenstrauch ist neu in meinem Garten. Offiziell heisst er Callicarpa bodinieri ‚Profusion‘, stammt aus Asien, ist winterhart und entfaltet seine Schönheit erst ab Oktober.

Er soll im Garten eine Spiere ersetzen, die auf ein neu gegrabenes Beet umgezogen ist. Die Blüten sind zwar unscheinbar, ziehen aber Hummeln und Bienen magisch an. Erst die Früchte sorgen für den spektakulären Anblick. Vögel sind zuerst allerdings misstrauisch, weil sie die grelle Farbe nicht kennen, kommen aber nach einiger Zeit auf den Geschmack und plündern den Strauch. Ich bin mal gespannt, wann die Vögel im Garten den Liebesperlenstrauch für sich entdecken.

Wohin mit dem Laub?

Herbststimmung
Herbst im Wald
Laub auf dem Gehweg vor dem Haus muss entfernt werden, denn die meisten Gemeinden haben diese Pflicht auf die Hauseigentümer und die wiederum auf ihre Mieter übertragen. Wenn sich jemand auf glitschigem Laub verletzt, tragen die Räumpflichtigen die Kosten und das kann richtig teuer werden.

Wir Gartenbesitzer haben es gut. Wir können das Laub auf den Kompost geben und/oder besser noch direkt auf die Beete schütten. Dort schützt das Laub vor Frost, bietet nützlichen Kleinlebewesen Schutz, ist bis zum Frühjahr verrottet und wirkt wie ein Dünger.
Wer nur einen kleinen Garten hat, oder die Laubmengen nehmen überhand, kann das Laub in die Biotonne genen oder gegen kleines Entgelt beim kommunalen Entsorger angeben.
Was allerdings verboten ist, ist das Laub durch verbrennen loswerden. Erstens brennt Laub im Herbst sehr schlecht und es stinkt und qualmt, zum zweiten setzt Laub mehr Feinstaub frei als ein Diesel und zum dritten werden die Nützlinge werden mit verbrannt. Ausserdem drohen saftige Geldstrafen.

Laub sammelt sich jetzt auch in den Regenrinnen vor Ablussrohren und verstopfen die. Die Folge ist, dass Regenwasser sich einen anderen Weg such und im Haus landet, wo es dann auch teuer werden kann.

Anzeige: Buch zum Thema

Um das Laub zusammenzukehren benutze ich einen Laubbesen bzw. einen Rechen, denn die meines Erachtens überflüssigste Erfindung Laubbläser und Laubsauger kommt mir nicht ins Haus. Laubsauger ziehen alles in ihren Sack, was nicht fest verwurzelt ist inklusive Käfer, Asseln und andere Nützlinge, die sich ihr Winterquartier gesucht haben. Sie tragen also durchaus zum Arten- / Instektensterben bei.
Laubbläser wirbeln alles durcheinander und nehmen so Igeln und Vögeln die Nahrung. Ausserdem rauben sie dem Boden die natürliche Deckschicht, die vor Trockenheit und Frost schützt. Weiterhin wirbeln sie Staub auf, aber auch Schimmelpilzsporen, Bakterien und ruhende Pollen, was die Saison für Pollenallergiker verlängert und gesundheitlich eher bedenklich ist.

Ausserdem schlucken sie unnötig viel Energie und machen viel Lärm.

Es wird Herbst

Baumpilze
Pilze am Stumpf einer Thuja
Was für ein dämlicher Titel, heute schnellte das Thermometer auf 29 Grad hoch. Aber beim Giessen (ja, es ist immer noch viel zu trocken) habe ich auf den Stumpf eines Lebensbaumes geschaut und da waren sie wieder: die Pilze, die sich jedes Jahr im September zeigen. Leider bin ich überhaupt kein Pilzkenner, der einzige Pilz, der mir bekannt ist, ist der Champignon, den ich auch nur esse, wenn er im Supermarkt angeboten wird. Auf einer Wiese würde ich ihn eher nicht erkennen. Und natürlich den Fliegenpilz würde ich überall erkennen.

Aber zurück zum Baumstumpf: ich habe mal mein Pilzbestimmungsbuch hervorgekramt und der einzige dort abgebildete Pilz, der meinem ähnelt, ist der Hallimasch. Essbar, aber offenbar nichts Rares. Also darf er bleiben und ich hoffe, das er den Stumpf zersetzt.

Monbretien

Crocosmia – so heissen Monbretien offiziell. Ihre Blüte jetzt im Spätsommer oder besser im frühen Herbst ist ein Gedicht.
Ursprünglich stammt die Zwiebelpflanze aus Südafrika. Das heisst, dass sie hier nicht winterhart, oder nur bedingt winterhart ist. Bei mir überlebte sie vier Winter. Der fünfte machte ihr den Garaus mit seinem späten Nacktfrost. Auch meine Winterabdeckung mit Nadelzweigen hat sie nicht retten können. Dann hatte ich ein paar Jahre lang keine mehr im Garten. Aber ich habe sie vermisst. Doch dieses Jahr sind sie wieder da. So schön wie eh und je. Ich habe beschlossen, ich versuch es einfach noch einmal.
Die Montbretie wird im Beet etwa einen Meter hoch und zieht durch ihre Größe und die knalligen Blütenfarben (gelb, orange, rot) die Aufmerksamkeit leicht auf sich.
Staunässe im Winter mag sie nicht, der Boden sollte gut wasserdurchlässig sein, denn Feuchtigkeit führt schnell zu Fäulnis und zum Absterben der Pflanze. Unter solchen Bedingungen nimmt man sie am besten vor den Frösten aus dem Boden. Im Frühjahr kann man die Zwiebeln dann wieder setzen.

Montbretien treiben erst im April/Mai wieder aus und blühen dann im Spätsommer ab August.

Terra Preta – die „schwarze Erde“

Viele unserer Gartenböden sind nicht gesund, einseitig ernährt, ausgelaugt, mit „Pflanzenschutzmitteln“ überfrachtet usw. Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, den Boden optimal zu ernähren und vollständig zu regenerieren – zum Beispiel mit Hilfe eines Bio Düngers. Und es ist nicht schwierig, dies auch in seinem eigenen Garten durchzuführen.

Die „schwarze Erde“ – Terra Preta – ist so ein Weg, zumindest den Boden im eigenen Garten zu regenerieren. Und das kann man auch im eigenen Garten selber herstellen.

Und das braucht man:

einen Komposthaufen
reife Komposterde
aktivierte Pflanzenkohle
Platz zum Umschichten
einen Kompostratgeber (gibt es im Internet, bei den Gemeinden, im Fachhandel usw.)

Anzeige

Beim Aufsetzen des Komposthaufens wird feinkörnige Pflanzenkohle beigemischt. Die Pflanzenkohle kann auch dem reifen Kompost beigemischt werden. Wichtig ist, keine Grillkohle zu verwenden, da die jede Menge Schadstoffe enthält. Reine Pflanzenkohle bekommt man im Fachhandel eigentlich überall. Auch den Kompost sollte man nach den Richtlinien aufsetzen, die überall in den Ratgebern beschrieben werden. Und: keine Angst vor Geruch, guter, richtig aufgesetzter Kompost stinkt nicht, sondern riecht würzig nach Walderde.

Auch wer keinen Komposthaufen hat, kann Terra Preta selber herstellen und nutzen.

Anzeige

Garten- und Küchenabfälle werden klein geschnitten und in einem Eimer mit etwa zehn Prozent hochwertiger Holzkohle vermischt. Etwas Steinmehl hinzugeben, um das Gemisch mit Mineralien anzureichern. Dazu gibt man effektive Mikroorganismen, die man in Flaschen im Fachhandel kaufen kann. Diese Mikroorganismen fermentieren nun das Ganze. Die Mischung muss nun im geschlossenen Eimer ca. zwei Wochen ruhen bei Temperaturen nicht unter 15 Grad.
Das Ergebnis wird anschließend auf dem Gartenboden ausgebreitet, mit Erde bedeckt und vor Starkregen geschützt. Jetzt wird das Gemisch von den Regenwürmern und den Bodenmikroorganismen weiter bearbeitet. Ein halbes Jahr später ist die Terra Preta dann fertig.

Schluss mit der Hitze?

Eine vorläufige Bilanz:

Die vertrocknete Blutjohannisbeere
Die vertrocknete Blutjohannisbeere
Heute ist es vergleichsweise kühl, nur noch 22 Grad. Das Gewitter gestern abend hat Abkühlung gebracht, aber nur wenig von dem dringend benötigten Regen. Zwei Sträucher haben trotz reichlichem Gießen offenbar ernsthaft unter der Hitze und der Trockenheit gelitten: die Blutjohannisbeere und Susie, die Magnolie. Vor allem die die Blätter der Blutjohannisbeere vertrockneten innerhalb weniger Stunden, allerdings zeigt sich ein zögerlicher Austrieb. Offenbar war auch zweimaliges Gießen während des Tages noch zu wenig. Ich hoffe, sie berappelt sich doch noch mal.
Die Hortensien hingegen haben auf die reichlichen Wassergaben gut angesprochen. allerdings scheint sich ihre Blütezeit zu verkürzen. Die Rosen sind sowieso kein Problem, ihre langen Wurzeln reichen bis tief in die noch wasserführenden Schichten. Gut, dass das hiesige Lehm-Ton-Gemisch Wasser so gut speichern kann. Sandboden ist da um ein vielfaches problematischer.

Es hat geregnet

Nach zwei Monaten zum ersten Mal, nicht viel, aber immerhin genug, um die Erde zu oberflächlich benetzen. Leider ist der nächste Regen nicht in Sicht. Wir brauchten wirklich drei Tage Regen am Stück, einen ruhigen durchdringenden Landregen, der die ausgedörrte Erde gründlich wässern könnte. Aber der kommt sicherlich erst im September.

Geissblatt (Lonicera heckrottii) am Zaun

Geissblatt
Geissblatt
Mein Garten hat ein paar schattige Ecken, in denen sich Waldbewohner wohl fühlen. Am Zaun wächst auch das Geissblatt, das sich in den letzten Jahren stark ausgebreitet hat, obwohl es regelmäßig kräftig zurückgeschnitten wird.
Und da liegt auch das Problem: der Zaun ist alt und nicht mehr sehr stabil und wie lange er das Gewicht des Geissblattes noch halten wird, ist fraglich. Ich werde mir wohl demnächst die passenden online Zäune anschauen, um eine stabile und trotzdem attraktive Lösung zu finden. Aber vielleicht hält der Zaun ja noch ein kleines bisschen.
Allerdings, das Geissblatt ist starkwachsend und schafft bis zu 50 cm pro Jahr. So schnell ist meine Schere gar nicht.
Aber es duftet intensiv nach Honig, und vor allem nachts. Damit zieht es alle möglichen nachtaktiven Insekten an, die wiederum die Fledermäuse anziehen, die nachts in meinem Garten anzutreffen sind.
Leider habe ich keine Ahnung, um welche Art es sich handelt, sie fliegen so schnell und so lautlos, dass es unmöglich ist, sie zu beobachten. Und hier in der Gegend sollen 19 verschiedene Arten leben.
Das Geissblatt scheint sich bei mir wohlzufühlen, es blüht reichlich, der Boden ist feucht, und es bekommt trotz schattiger Ecke genügend Sonne ab.
Wenn man von dem häufigen Schnitt absieht ist es eine dekorative pflegeleichte Pflanze. Die Vermehrung erfolgt durch kleine rote Beeren, die von Vögeln gerne genommen und verbreitet werden. Also, genau das Richtige für den naturnahen Garten.

Sarah Bernhardt

Sarah Bernhardt
Paeonia lactiflora ‚Sarah Bernhardt‘
Eine der schönsten Pfingstrosen überhaupt. Benannt wurde sie 1906 nach der französischen Schauspielerin Sarah Bernhardt, der der Züchter Victor Lemoine damit eine Denkmal setzen wollte.

‚Sarah Bernhardt‘ ist eher spätblühend, ihre Blüten öffnen sich erst Ende Mai / Anfang Juni, wenn die Bauernpfingstrosen (Paeonia officinalis) schon größtenteils verblüht sind.
Die Blüten sind riesig, erinnern an Rosen und sind gefüllt. Und weil die Blüten so groß sind, muss ‚Sarah Bernhardt‘ durch einen Staudenring gestützt werden.
Wie alle Pfingstrosen will auch ‚Sarah Bernhardt‘ einen sonnigen Standort und verabscheut Trockenheit und Staunässe. Die abgeblühten Blüten sollte man herausschneiden, es sei denn man möchte versuchen, Samen zu gewinnen. Das ist mir allerdings noch nie gelungen, sie scheint steril zu sein.
Das Laub bleibt bis zum Herbst dunkelgrün. Man kann es dann entfernen, was ich nur mache, wenn es vom Botrytis paeoniae oder eine anderen Pilz befallen ist. Ansonsten binde ich es locker zusammen, weniger als Winterschutz (wie alle Päonien ist ‚Sarah Bernhardt‘ sehr frostbeständig), sondern als Schutz vor zuviel Nässe.
Auch in der Vase sehen die Blüten fantastisch aus, am besten schneidet man die Knospen und lässt sie dann im Haus erblühen.

Die Akeleien blühen

Akeleien (Aquilegia)
Akeleien (Aquilegia)
Sie gehören zu meinen Lieblingsblumen, auch weil sie so anspruchslos sind. Sie samen sich bereitwillig aus und zeigen immer neue Farbvarianten. Gelegentlich muss man dem Samenflug Einhalt gebieten, aber auch das ist normalerweise kein Problem – einfach die Kapseln entfernen, bevor die Samen reif sind.
Meine Akeleien waren ein „Geschenk“ des Nachbarn, sie flogen einfach über den Zaun und waren da und gingen auch nicht mehr weg. Besondere Pflege brauchen sie nicht, Krankheiten sind bei mir im Garten noch nie aufgetreten. Es soll eine Akelei-Blattwespe geben, die allerdings den Weg in meinen Garten noch nicht gefunden hat. Aber wenn doch, wird die befallenene Akelei einfach zurückgeschnitten. Und dann treibt sie im nächsten Jahr aufs Neue gesund aus.

Akeleien eignen sich übrigens gut als Schnittpflanze für die Vase. Kombiniert mit Gräsern sehen sie einfach umwerfend aus.

Akeleien sind nicht sehr langlebig, aber wenn man einige der ausgesamten Jungpflanzen stehen lässt, suchen sie sich selber ihren Lieblingsstandort und zeigen immer neue Blütenfarben.

Ich schneide meine nach der Blüte stark zurück, sie treiben wieder aus, allerdings habe ich es bis jetzt nicht geschafft, sie zu einer zweiten Blüte zu bewegen – was Berichten zu Folge möglich sein soll.

Anzeige