Phalaenopsis

Phalaenopsis
Phalaenopsis, die Schmetterlingsorchidee

Wie fing es an? Ein Discounter hatte Orchideen im Angebot, und weil ich keine Ahnung von Orchideen hatte und sie ausserdem für heikel hielt, machte ich einen großen Bogen darum. Nach einiger Zeit wurden die nichtverkauften Orchideen immer billiger, und ich habe es mal riskiert.

Bei einer Freundin habe ich mich dann schlau gemacht: Orchideen sind gar nicht so anspruchsvoll, sagte sie, sie sind eigentlich sogar sehr pflegeleicht, wenn man ein paar Regeln beachtet:

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Phalaenopsis benotigen hohe Luftfeuchtigkeit, die man am besten dadurch herstellt, indem man sie nicht giesst, sondern nur besprüht (mit Regen- oder weichem Wasser).
Phalaenopsis brauchen viel Licht, aber nicht unbedingt grelle Sonne.
Ansonsten, eher weniger als mehr giessen.

Das habe ich beherzigt und sie gedeiht und zeigt schöne Blüten.
Eingesprüht wird sie mit Regenwasser, das mit Orchideendünger angereichert ist. Direkte Sonne bekommt sie nur morgens, aber sie steht hell.

Update

Das war vor zwei Jahren. Sie steht immer noch auf meiner Fensterbank und blüht, in Gesellschaft von 4 weiteren blühenden Orchideen, die sich offensichtlich wohlfühlen.

Amaryllis – Hippeastrum

Amaryllis (Hippeastrum)
Amaryllis (Hippeastrum)
Der fälschlich auch Amaryllis genannte Ritterstern (Hippeastrum) wird jetzt überall angeboten, als lange haltbare Blüte für die Vase und als Zwiebel für den Topf.

Blüte

Gekauft wird die Amaryllis im Winter vor allem wegen ihrer spektakulären roten, rosa, weissen oder getreiften Blüten, die gerade in der dunklen Jahreszeit Farbe ins Zimmer bringen. Jede Zwiebel bringt (je nach Größe) eine oder mehrere hohe Blütenschäfte hervor, an denen große, farbige Trichterblüten hängen. Die Blüten halten sich am besten, wenn die Pflanze am hellen Fenster oder idealerweise im Wintergarten bei ca. 20 Grad steht. Auch etwas niedrigere Temperaturen sind kein Problem.

Pflege zum Weiterkultivieren

Im allgemeinen gilt die Amaryllis als Wegwerfpflanze, aber dazu ist sie eigentlich viel zu schade. Nach der Blüte wird der Blütenschaft abgeschnitten, es sei denn, man möchte sich an der Vermehrung durch Samen versuchen. Nach der Blüte wird weitergegossen und im Frühling dann auch kräftig gedüngt. Sobald kein Frost mhr droht – also nach den Eisheiligen – kann die Amaryllis dann nach draußen, wo sie einen halbschattigen, warmen Stanort bevorzugt. Aber sie muss weiter gegossen und gedüngt werden. Die Zwiebel wird in dieser Zeit regelrecht gemästet.
Im Herbst beginnt die Ruhephase. Dazu braucht sie einen dunklen Standort und kühle Temperaturen von etwa 16 Grad Celsius. ein dunkler ungeheizter Keller ist ideal. Das Giessen wird fast vollständig eingestellt, nur austrocknen darf die Erde nicht. Die Blätter ziehen nun ein und werden erst entfernt, wenn sie eingetrocknet sind. Nach etwa 6 Wochen kann die Amaryllis dann umgetopft werden und wird dann vorsichtig angegossen. Nach etwa 2 – 3 Wochen zeigt sich dann die Spitze der des Blütenschaftes. Jetzt wird sie langsam wieder ins Warme gestellt und mehr gegossen. Jetzt beginnt alles wieder von vorne. Bei guter Pflege und reichlichen Düngergaben wird die Zwiebel jedes Jhr größer und bringt immer mehr Blüten hervor. Die Weiterkultur lohnt sich also.

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Erde

Als Substrat eignet sich eine handelsübliche Zimmerpflanzenerde. Die Amaryllis mag durchlässigen Boden, also kann man die Erde gut mit Tonkügelchen mischen.

Vermehrung

Wenn die Amaryllis sich wohl fühlt, bildet sie Tochterzwiebeln aus, die dann nach der Ruhezeit abgenommen werden und in eigenen Töpfen weiterkultiviert werden können. Allerding dauert es je nach Größe der Tochterzwiebel ein bis Jahre, bis die Pflanze blüht.
Auch die Anzucht aus Samen ist möglich. Dabei betäubt man die Blüte mit der Hand, am besten mit den Pollen einer zweiten Pflanze. Die Samenkapsel schwillt nun an und wenn die Samen reif sind öffnet sich die Kapsel. Die Samen werden dann in Anzuchterse ausgesät und hell und warm gestellt. Die Jungpflanzen werden dann ohne Ruhezeit durchkultiviert bis zur ersten Blüte. Allerdings kann das sehr lange dauern. Bei meinem Versucht waren die Jungpflanzen auch nach 5 Jahren noch nicht Blütereif.

Krankheiten und Schädlinge

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Wenn am Blütenschaft, an der Zwiebel oder auch den Blättern kleine rissige rote Streifen oder Flecken festzustellen sind, die sich teilweise zu ovalen Flächen ausweiten, dann ist die Pflanze mit dem Roten Brenner befallen. Eine Bekämpfung ist kaum möglich, die Pflanze wird am besten direkt in der Restmülltonne entsorgt. Vorbeugen kann man dieser Pilzkrankheit am besten, wenn die Zwiebel nur von unten gegossen wird, damit sie nicht mit Wasser in Berührung kommt.

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  • Gartenpflege-Typ: Schädlingsbekämpfung

Im Winter, vor allem wenn die Amaryllis zu warm steht, können Wollläuse oder Schildläuse auftreten. Der Handel bietet mehrere Präparate zur Bekämpfung an.

Schönfrucht ‚Profusion‘

Schönfrucht
Die Schönfrucht (noch im Topf)
Der Strauch mit dem schönen Namen Schönfrucht oder Liebesperlenstrauch ist neu in meinem Garten. Offiziell heisst er Callicarpa bodinieri ‚Profusion‘, stammt aus Asien, ist winterhart und entfaltet seine Schönheit erst ab Oktober.

Er soll im Garten eine Spiere ersetzen, die auf ein neu gegrabenes Beet umgezogen ist. Die Blüten sind zwar unscheinbar, ziehen aber Hummeln und Bienen magisch an. Erst die Früchte sorgen für den spektakulären Anblick. Vögel sind zuerst allerdings misstrauisch, weil sie die grelle Farbe nicht kennen, kommen aber nach einiger Zeit auf den Geschmack und plündern den Strauch. Ich bin mal gespannt, wann die Vögel im Garten den Liebesperlenstrauch für sich entdecken.

Wohin mit dem Laub?

Herbststimmung
Herbst im Wald
Laub auf dem Gehweg vor dem Haus muss entfernt werden, denn die meisten Gemeinden haben diese Pflicht auf die Hauseigentümer und die wiederum auf ihre Mieter übertragen. Wenn sich jemand auf glitschigem Laub verletzt, tragen die Räumpflichtigen die Kosten und das kann richtig teuer werden.

Wir Gartenbesitzer haben es gut. Wir können das Laub auf den Kompost geben und/oder besser noch direkt auf die Beete schütten. Dort schützt das Laub vor Frost, bietet nützlichen Kleinlebewesen Schutz, ist bis zum Frühjahr verrottet und wirkt wie ein Dünger.
Wer nur einen kleinen Garten hat, oder die Laubmengen nehmen überhand, kann das Laub in die Biotonne genen oder gegen kleines Entgelt beim kommunalen Entsorger angeben.
Was allerdings verboten ist, ist das Laub durch verbrennen loswerden. Erstens brennt Laub im Herbst sehr schlecht und es stinkt und qualmt, zum zweiten setzt Laub mehr Feinstaub frei als ein Diesel und zum dritten werden die Nützlinge werden mit verbrannt. Ausserdem drohen saftige Geldstrafen.

Laub sammelt sich jetzt auch in den Regenrinnen vor Ablussrohren und verstopfen die. Die Folge ist, dass Regenwasser sich einen anderen Weg such und im Haus landet, wo es dann auch teuer werden kann.

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Um das Laub zusammenzukehren benutze ich einen Laubbesen bzw. einen Rechen, denn die meines Erachtens überflüssigste Erfindung Laubbläser und Laubsauger kommt mir nicht ins Haus. Laubsauger ziehen alles in ihren Sack, was nicht fest verwurzelt ist inklusive Käfer, Asseln und andere Nützlinge, die sich ihr Winterquartier gesucht haben. Sie tragen also durchaus zum Arten- / Instektensterben bei.
Laubbläser wirbeln alles durcheinander und nehmen so Igeln und Vögeln die Nahrung. Ausserdem rauben sie dem Boden die natürliche Deckschicht, die vor Trockenheit und Frost schützt. Weiterhin wirbeln sie Staub auf, aber auch Schimmelpilzsporen, Bakterien und ruhende Pollen, was die Saison für Pollenallergiker verlängert und gesundheitlich eher bedenklich ist.

Ausserdem schlucken sie unnötig viel Energie und machen viel Lärm.

Es wird Herbst

Baumpilze
Pilze am Stumpf einer Thuja
Was für ein dämlicher Titel, heute schnellte das Thermometer auf 29 Grad hoch. Aber beim Giessen (ja, es ist immer noch viel zu trocken) habe ich auf den Stumpf eines Lebensbaumes geschaut und da waren sie wieder: die Pilze, die sich jedes Jahr im September zeigen. Leider bin ich überhaupt kein Pilzkenner, der einzige Pilz, der mir bekannt ist, ist der Champignon, den ich auch nur esse, wenn er im Supermarkt angeboten wird. Auf einer Wiese würde ich ihn eher nicht erkennen. Und natürlich den Fliegenpilz würde ich überall erkennen.

Aber zurück zum Baumstumpf: ich habe mal mein Pilzbestimmungsbuch hervorgekramt und der einzige dort abgebildete Pilz, der meinem ähnelt, ist der Hallimasch. Essbar, aber offenbar nichts Rares. Also darf er bleiben und ich hoffe, das er den Stumpf zersetzt.

Monbretien

Crocosmia – so heissen Monbretien offiziell. Ihre Blüte jetzt im Spätsommer oder besser im frühen Herbst ist ein Gedicht.
Ursprünglich stammt die Zwiebelpflanze aus Südafrika. Das heisst, dass sie hier nicht winterhart, oder nur bedingt winterhart ist. Bei mir überlebte sie vier Winter. Der fünfte machte ihr den Garaus mit seinem späten Nacktfrost. Auch meine Winterabdeckung mit Nadelzweigen hat sie nicht retten können. Dann hatte ich ein paar Jahre lang keine mehr im Garten. Aber ich habe sie vermisst. Doch dieses Jahr sind sie wieder da. So schön wie eh und je. Ich habe beschlossen, ich versuch es einfach noch einmal.
Die Montbretie wird im Beet etwa einen Meter hoch und zieht durch ihre Größe und die knalligen Blütenfarben (gelb, orange, rot) die Aufmerksamkeit leicht auf sich.
Staunässe im Winter mag sie nicht, der Boden sollte gut wasserdurchlässig sein, denn Feuchtigkeit führt schnell zu Fäulnis und zum Absterben der Pflanze. Unter solchen Bedingungen nimmt man sie am besten vor den Frösten aus dem Boden. Im Frühjahr kann man die Zwiebeln dann wieder setzen.

Montbretien treiben erst im April/Mai wieder aus und blühen dann im Spätsommer ab August.

Terra Preta – die „schwarze Erde“

Viele unserer Gartenböden sind nicht gesund, einseitig ernährt, ausgelaugt, mit „Pflanzenschutzmitteln“ überfrachtet usw. Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, den Boden optimal zu ernähren und vollständig zu regenerieren – zum Beispiel mit Hilfe eines Bio Düngers. Und es ist nicht schwierig, dies auch in seinem eigenen Garten durchzuführen.

Die „schwarze Erde“ – Terra Preta – ist so ein Weg, zumindest den Boden im eigenen Garten zu regenerieren. Und das kann man auch im eigenen Garten selber herstellen.

Und das braucht man:

einen Komposthaufen
reife Komposterde
aktivierte Pflanzenkohle
Platz zum Umschichten
einen Kompostratgeber (gibt es im Internet, bei den Gemeinden, im Fachhandel usw.)

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Beim Aufsetzen des Komposthaufens wird feinkörnige Pflanzenkohle beigemischt. Die Pflanzenkohle kann auch dem reifen Kompost beigemischt werden. Wichtig ist, keine Grillkohle zu verwenden, da die jede Menge Schadstoffe enthält. Reine Pflanzenkohle bekommt man im Fachhandel eigentlich überall. Auch den Kompost sollte man nach den Richtlinien aufsetzen, die überall in den Ratgebern beschrieben werden. Und: keine Angst vor Geruch, guter, richtig aufgesetzter Kompost stinkt nicht, sondern riecht würzig nach Walderde.

Auch wer keinen Komposthaufen hat, kann Terra Preta selber herstellen und nutzen.

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Garten- und Küchenabfälle werden klein geschnitten und in einem Eimer mit etwa zehn Prozent hochwertiger Holzkohle vermischt. Etwas Steinmehl hinzugeben, um das Gemisch mit Mineralien anzureichern. Dazu gibt man effektive Mikroorganismen, die man in Flaschen im Fachhandel kaufen kann. Diese Mikroorganismen fermentieren nun das Ganze. Die Mischung muss nun im geschlossenen Eimer ca. zwei Wochen ruhen bei Temperaturen nicht unter 15 Grad.
Das Ergebnis wird anschließend auf dem Gartenboden ausgebreitet, mit Erde bedeckt und vor Starkregen geschützt. Jetzt wird das Gemisch von den Regenwürmern und den Bodenmikroorganismen weiter bearbeitet. Ein halbes Jahr später ist die Terra Preta dann fertig.

Schluss mit der Hitze?

Eine vorläufige Bilanz:

Die vertrocknete Blutjohannisbeere
Die vertrocknete Blutjohannisbeere
Heute ist es vergleichsweise kühl, nur noch 22 Grad. Das Gewitter gestern abend hat Abkühlung gebracht, aber nur wenig von dem dringend benötigten Regen. Zwei Sträucher haben trotz reichlichem Gießen offenbar ernsthaft unter der Hitze und der Trockenheit gelitten: die Blutjohannisbeere und Susie, die Magnolie. Vor allem die die Blätter der Blutjohannisbeere vertrockneten innerhalb weniger Stunden, allerdings zeigt sich ein zögerlicher Austrieb. Offenbar war auch zweimaliges Gießen während des Tages noch zu wenig. Ich hoffe, sie berappelt sich doch noch mal.
Die Hortensien hingegen haben auf die reichlichen Wassergaben gut angesprochen. allerdings scheint sich ihre Blütezeit zu verkürzen. Die Rosen sind sowieso kein Problem, ihre langen Wurzeln reichen bis tief in die noch wasserführenden Schichten. Gut, dass das hiesige Lehm-Ton-Gemisch Wasser so gut speichern kann. Sandboden ist da um ein vielfaches problematischer.

Es hat geregnet

Nach zwei Monaten zum ersten Mal, nicht viel, aber immerhin genug, um die Erde zu oberflächlich benetzen. Leider ist der nächste Regen nicht in Sicht. Wir brauchten wirklich drei Tage Regen am Stück, einen ruhigen durchdringenden Landregen, der die ausgedörrte Erde gründlich wässern könnte. Aber der kommt sicherlich erst im September.

Geissblatt (Lonicera heckrottii) am Zaun

Geissblatt
Geissblatt
Mein Garten hat ein paar schattige Ecken, in denen sich Waldbewohner wohl fühlen. Am Zaun wächst auch das Geissblatt, das sich in den letzten Jahren stark ausgebreitet hat, obwohl es regelmäßig kräftig zurückgeschnitten wird.
Und da liegt auch das Problem: der Zaun ist alt und nicht mehr sehr stabil und wie lange er das Gewicht des Geissblattes noch halten wird, ist fraglich. Ich werde mir wohl demnächst die passenden online Zäune anschauen, um eine stabile und trotzdem attraktive Lösung zu finden. Aber vielleicht hält der Zaun ja noch ein kleines bisschen.
Allerdings, das Geissblatt ist starkwachsend und schafft bis zu 50 cm pro Jahr. So schnell ist meine Schere gar nicht.
Aber es duftet intensiv nach Honig, und vor allem nachts. Damit zieht es alle möglichen nachtaktiven Insekten an, die wiederum die Fledermäuse anziehen, die nachts in meinem Garten anzutreffen sind.
Leider habe ich keine Ahnung, um welche Art es sich handelt, sie fliegen so schnell und so lautlos, dass es unmöglich ist, sie zu beobachten. Und hier in der Gegend sollen 19 verschiedene Arten leben.
Das Geissblatt scheint sich bei mir wohlzufühlen, es blüht reichlich, der Boden ist feucht, und es bekommt trotz schattiger Ecke genügend Sonne ab.
Wenn man von dem häufigen Schnitt absieht ist es eine dekorative pflegeleichte Pflanze. Die Vermehrung erfolgt durch kleine rote Beeren, die von Vögeln gerne genommen und verbreitet werden. Also, genau das Richtige für den naturnahen Garten.

in Haus und Garten

Was im Januar zu tun ist:
Gartenpflege im Januar