August

04.08.2020

Die Versprochene Gewitterfront hat uns nur gestreift und ein paar Regentropfen dagelassen. Der Boden ist immer noch knochentrocken und lässt sich nicht bearbeiten. Ich giesse und giesse und giesse und …
Der kleine Gartenteich bleibt richtig spannend. Die paar Kaulquappen, die ich gesichtet habe, sind immer noch da. Es gibt schwarze und graue, nur sie scheinen nicht zu wachsen. Ob ich mich geirrt habe und es sind gar keine Kaulquappen? Vielleicht sind es Fische, ober wie kommen die in den Teich? Fragen über Fragen. ich wünschte, ich könnte jemanden fragen, aber die meisten Menschen, die ich kenne, haben entweder keinen Teich oder sind stolze Koibesitzer.

07.08.2020
Die angekündigte Hitzewelle ist da, 31 Grad meldete das Thermometer gestern und es ist noch Raum nach oben. Dazu kommt die große Trockenheit. Sorgen machen mir mittlerweise die Hortensien, sie halten diese Temperaturen verbunden mit Trockenheit einfach nicht aus. Es macht leider keinen Sinn, sie an schattigere Plätze zu setzen, sie sind einfach zu groß, um sie umzusetzen. Und langsam denke ich, die Sommer bleiben so trocken und heiss. Ich bin ratlos, denn ich liebe Hortensien. Ich giesse und giesse, aber soviel Wasser, wie sie verbrauchen, kann ich gar nicht giessen.

10.07.2020
So heiss wie letztes Jahr wird es diese Jahr wohl nicht, aber fast genauso trocken. Der angekündigte Regen blieb und bleibt aus, die Tonne ist leer und die Wasserrechnung steigt unaufhaltsam an.

Heute morgen sah ich ein Hummelschwänzchen am Phlox. Das Hummelschwänzchen ist sozusagen der große Bruder des Taubenschwänzchen, das im Frühling überall im Garten stand. Und „stand“ meine ich wörtlich, beide Schmetterlinge haben die Fähigkeit, vor einer Blüte in der Luft zu stehen und mit ihrem langen Rüssel Nektar zu saugen. Und wie schon letztes Jahr um diese Zeit hatte ich keine Kamera griffbereit. Aber in den nächsten Tagen werde ich mich auf die Lauer legen, offenbar ist der Phlox eine der Lieblingspflanzen dieses kolibriartigen Falters. Die Raupen sind an der roten Heckenkirsche zu finden, ein Strauch, der im Garten am Zaun gut gedeiht. Eigentlich ist das Hummelschwänzchen ein Nachtfalter der Gruppe der Schwärmer, der aber tagsüber fliegt.

15.07.2020
Endlich gab es ein paar Regentropfen, nicht genug, um die Tonne zu füllen, aber genug, damit die Pflanzen den Trockenheitsstress besser wegstecken können.

Der Teich, den ich letztes Jahr im Frühjahr gegraben habe, verändert sich. Zum einen haben sich die Bedingungen geändert. Die Nachbarn haben den Baum, der dem Teich morgens Schatten gespendet haben, entfernen müssen, er war komplett durchgefault. Dadurch bekommt der Teich natürlich mehr Sonne und als Folge wachsen die Algen. Ich fische sie daher jeden Abend vorsichtig ab. Dabei konnte ich feststellen, dass nicht nur Wasserläufer sich angesiedelt haben, sondern auch ein paar Kaulquappen im Teich leben. Welche das sind? keine Ahnung. Auf jeden Fall haben sie schon Beine. Ob ich die erwachsenen Tiere noch einmal sehen werde? Ob sie sich im Garten ansiedeln möchten? Oder ob sie den Libellenlarven zum Opfer fallen, die am Boden des Teichs leben? Fragen über Fragen. Auf jeden Fall ist so ein Teich, auch wenn es nur ein kleiner ist, eine spannende Angelegenheit.

23.07.2020
Der Boden trochnet immer weiter aus und Regen ist nicht in Sicht. Zwar verspricht der Wetterbericht für den kommenden Sonntag ein paar örtlich Schauer, aber oft geht das hier an uns vorbei. Die Tonne ist schon wieder leer und die Pflanzen, die viel Wasser brauchen, leiden sichtlich, allen voran die Hortensien. Die Blüten zeigen bereits Trockenschäden. Heute unter dem Eindruck des Klimawandels würde ich keine Hortensien mehr pflanzen, aber sie einfach zu entsorgen, bringe ich nicht übers Herz. Alles, was ich jetzt neu setze, sind entweder Tiefwurzler oder Pflanzen, die mit Trockenheit zurecht kommen. Und das ist schwierig, denn ab November hatten wir in den letzten Jahren Dauerregen mit ein paar wenigen, aber heftigen Frostperioden. Und Pflanzen, die damit umgehen können, sind rar. Um die Feuchtigkeit im Boden zu halten, mulche ich regelmäßig mit allem, was so anfällt: Rasenschnitt, Gehölzschnitt, Vertrochnetes usw.

Trotzdem, der Garten blüht jetzt üppig. Die Sommerblüher brginnen mit ihren großen Auftritt. Der Phlox, auch wenn er viel Wasser braucht, blüht verschwenderich, die Lupinen haben ihren zweiten Auftritt, die Rosen zeigen den zweiten Blütenflor, Calla und Canna, Gladiolen usw. bringen Farbe in den Garten. Eine Pracht.

26.07.2020
Es hat geregnet. Zwar nicht genug, aber genug, um die Tonne wenigstens halb zu füllen. Ich glaube, ich rede zu viel über das Wetter, aber jeden tag beim Anschauen des wetterberichtes frage ich mich, warum „schönes“ Wetter mit viel Sonnenschein und heissen Temperaturen so erstrebenswert scheint. Natur braucht doch Wasser, um zu leben, ohne Wasser hätten wir doch nur eine öde Landschaft mit einem Kaktus alle 100 Meter.

Viel zu tun im Garten gibt es nicht, nur die üblichen Pflegemaßnahmen, wie Verblühtes entfernen, Pläne für den Herbst zu machen und natürlich zu giessen.

31.07.2020

Heiss ist es, auch nachts, die „tropischen“ Nächte lassen mich nicht schlafen. Auch der Garten siehd aus, als ob er an Schlafmangel leidet und nur schlapp herumliegt. Der Juli war auf jeden Fall sehr trocken und sonnenreich. Der Forst warnt vor Waldbrandgefahr, was eigentlich für diese Region eher ungewöhnlich ist, da der Boden Feuchtigkeit gut halten kann.

03.06.2020
Der Juni begann sommerlich mit blauem Himmel und viel Sonne. Auch heute ist es warm, aber die frische Luft ist sommerlicher Schwüle gewichen. Hoffentlich bringt sie ein wenig Regen, denn die Tonne ist mal wieder leer. Im Garten ist nicht viel zu tun, nur Giessen ist angesagt und Verblühtes abschneiden. Mein Salat kommt gut, ich hatte ihn im vorigen Monat ausgesät und ich denke, im Laufe dieser Woche werde ich ernten können.

10.06.2020

Mittlerweile hat es geregnet, die Tonne ist wieder voll, aber die sommerliche Wärme ist gewichen. Experten sagen, die Schafskälte sei daran schuld. Die Schafskälte ist ein Kaltluftvorstoß aus dem Norden, der oft zwischen dem 4. bis 25. Juni vorkommt. Und dieses Jahr begann dieses Wetterereignis genau am 4. Juni. Die Schafskälte heisst übrigens so, weil sie in die Zeit fällt, in der traditionell die Schafe geschoren werden und dann schrecklich frieren. Es ist einfach nicht schön, bei nächtlichen einstelligen Temperaturen nackt schlafen zu müssen.

Dem Garten macht der Temperatursturz wenig aus, die Sommerblüher wachsen kräftig. Die Rosen wie auch die Pfingstrosen blühen alle, das Gemüse wächst kräftig und mir scheint, die ersten Erbsen sind erntereif. Erbsen sind neu für mich, bisher kannte ich nur Erbsen aus Dosen. Das heisst, ich habe (noch) keine Ahnung, wie man frische Erbsen verarbeitet. Ich könnte sie trocknen, denn mit getrockneten Erbsen kann ich umgehen. Und um ganz ehrlich zu sein, ich weiss nicht einmal, welche Sorten ich ausgesät habe, die Samentüte ist leider irgendwie verschwunden.

17.06.2020
So langsam beginnt die Zeit, in der man sich mal ruhig in den Garten setzen kann, Kaffee trinken, ein Buch lesen …. Die harte Arbeit ist vorbei, der Garten läd zum Genuss. Das einzige, was zur Zeit anfällt, ist Verblühtes zu entfernen und zu giessen. Sogar letzteres ist zur Zeit nicht mehr so aufwändig, der Regen der letzten Tage hat dafür gesorgt. Zu Ernten gibt es auch noch nichts. Die Himbeeren kommen erst im Herbst, Erbsen und Bohnen sind noch nicht so weit und die Erdbeeren sind noch ziemlich grün, aber vielversprechend. Nur Salat gibt es reichlich, in verschiedenen Sorten. Zeit zum entspannen und zum Pläne machen. Einige der Kübelpflanzen sollen in den Garten gesetzt werden, mal sehen, wo noch Platz ist.

28.06.2020
Nun ist auch der Juni schon fast wieder zu Ende. Das Leben hat sich ein bisschen normalisiert, obwohl – das Virus ist nach wie vor präsent – in den Nachrichten, in den Geschäften, auf der Straße, überall, wo Menschen zusammentreffen. Umso schöner ist es, im Garten zu sitzen, mit den Nachbarn über den Zaun ohne Maske zu plaudern.

Zisterzienserrose

Zisterzienserrose

Ja, der Garten. Die Frühjahrsblüher, auch die ganz späten haben sich zurückgezogen und den Garten den Rosen überlassen. Und die stehen in voller Blüte, ich gehe jeden Tag durch den Garten und entferne alles Abgeblühte, um die zweite Blüte zu befördern.Die Sommerblüher stehen in den Startlöchern und zeigen Blütenansätze. Auch das Gemüse macht sich gut, die letzten heissen Tage waren wachstumsbeschleunigend. Eine ausgesäte Zucchini produziert Monsterblätter, die eher nach Kürbis aussehen, zeigen aber nur schwache Blütenansätze von ausschliesslich männlichen Blüten, gut zu erkennen an den schmalen, dünnen Stängeln. Ich bin mal gespannt, was sich daraus entwickelt und ob es überhaupt essbar ist. Der Samen stammt aus meinem Adventskalender, in jedem Kästchen waren Gemüsesamen oder Kräutersamen enthalten und eben auch dieser Zucchinisamen.

Die Seerose, die jetzt im dritten Jahr im Teich wächst, hat dieses Jahr ihre erste Blüte hervorgebracht. Wunderschön, ein strahlendes Weiss mit klatschgelben Staubgefässen. Ich mag diesen naturnahen Look.

30.06.2020
Das Juni-Wetter war im Ganzen ziemlich warm mit ziemlich viel Sonnenschein, aber auch ein wenig Regen, genug, um die Tonne zu füllen.


07.05.2020

Rosenkäfer im Flieder

Rosenkäfer im Flieder

Seit ein paar Tagen schon schwirren erst einer dann mehrere gold-grüne, glänzende Käfer auf der Terrasse herum mit lautem Gebrumm – die Rosenkäfer sind wieder da. Anders als der Name vermuten lässt ist meistens der Flieder ihr Ziel, die Rosen scheinen nicht zu interessieren. Die Engerlinge finde ich meistens im Herbst im Kompost oder auch in meinen Hochbeeten. Zumindest vermute ich mal, dass es sich um die Larven der Rosenkäfer handelt. Allerdings habe ich noch nie beobachten können, dass sich die Larven auf dem Rücken liegend fortbewegen, wie manche beschreiben. Meine Larven blieben einfach zusammengekrümmt liegen.

Rosenkäfer

Rosenkäfer (Cetonia aurata)

Der Rosenkäfer gehört zu den besonders geschützten Arten gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz, gilt aber nach der Roten Liste gefährdeter Tiere Deutschlands nicht als gefährdet. Im Garten ist der Käfer völlig harmlos, man findet ihn am Holunder, an Rosen und Weissdorn und auch am Flieder. Seine Larven sind wie alle Larven zwar sehr gefräßig, aber sie leben von totem, verottendem Material und lassen – anders als die Larven des Dickmaulrüsslers – die Wurzeln von lebenden Pflanzen in Ruhe.

 

 

Rosenkäferlarve

Larve des Rosenkäfers

Der erste Frühlingsflor ist vorbei, die Narzissen, Tulpem, Krokusse sind verblüht und ihr Laub wird unansehnlich. Aber die nächte Gruppe ist schon das. Die Vergissmeinnicht färben ganze Bereiche des Gartens blau, die Akeleien zeigen immer neue Farbvarianten – dieses Jahr ist zum ersten mal eine blaue gefülltblühende aufgetaucht. Die Rosen haben dicke Knospen und es sieht so aus, als ob die Rose de Resht dieses Jahr das Rennen um den ersten Platz gewinnen wird.

Die Fensterbank wird langsam zu klein, dicht gedrängt steht das vorgezogene Gemüse – Tomaten, Paprika, Zucchini, Kürbis usw.. Alles warten auf das Ende der Eisheiligen, die laut Wetterbericht morgen oder übermorgen beginnen sollen.

11.05.2020

Heute morgen ist der Herbst ausgebrochen: heftiger Regen, Nebel, ein Tag in grau. Und die Temperaturen sind Novembermäßig, schlappe 3 Grad zeigte das Thermometer am Morgen, jetzt am Nachmittag sind es gerade mal 6 Grad. Die Regentonne ist wieder gut gefüllt und der Garten hat die Nässe von oben sichtlich genossen.

14.05.2020
Kalt war es in den letzten Tagen, die Eisheiligen kamen dieses Jahr pünktlich. Nach dem anfänglichen Regen kam trockenes Wetter mit nächtlichen Temperaturen so um die zwei Grad plus. Heute nachmittag wurde es dann aber wieder wärmer, immerhin 15 Grad verzeichnete das Thermometer. Das kälteempfindliche Gemüse steht in den Startlöchern auf der Fensterbank. Ab dem Wochenende kann ausgepflanzt werden – laut Wetterbericht. Ich freue mich schon darauf. Besonders freue ich mich auf Spaghetti mit dem selbst gezogenen Freiland Basilikum und dem selbstgemachten Pesto Genovese.

18.05.2020
Die Eisheiligen sind vorbei und die empfindlichen Pflanzen ziehen langsam ins Freie: Tomaten, Gurken, Paprika und noch ein paar andere. Nachts ist es immer noch ziemlich frisch, aber ich denke, das halten sie au, denn sobald die Sonne aufgeht, steigen die Temperaturen schnell an.

Seit zwei Wochen stehen die beiden Wandelröschen (Lantana) im Freien. Ich habe sie zum ersten Mal überwintert und es scheint geklappt zu haben, denn beide zeigen ganz kleine Austriebe.Jetzt mit den wärmeren Temperaturen müsste sich der Austrieb doch beschleunigen.

25.05.2020
Die Rosenblüte ist in vollem Gange, der ganze Garten duftet nach Rosen. Und es summt auch überall. Die erste Pfingstrose hat ihre Blüten geöffnet, es ist der Sämling, den ich gezogen habe und der ein Erdhummelliebling ist. Zu mehreren hängen die Hummeln in den Blüten, sie wühlen sich geradezu in die Staubgefäße hinein.

Libelle

die Libelle, die mir vor die Linse kam

Auch am Teich tut sich was. Neben den immer präsenten Wasserläufern sind die Libellen da. Ich bin nicht so der große Kenner, aber ich habe mal gegoogelt. Libellen sind an meinem Teich sicherlich ein Segen, denn sie vertilgen die Mücken, die ihre Eier gerne in stehendem Gewässer ablegen. Libellenlarven, vorausgesetzt, dass die Libellen sich dort vermehren möchten, vertilgen die Larven von Mücken und tragen so zum biologischen Gleichgewicht bei.
Nach den heissen Tagen der Vorwoche ist wieder ein temperatursturz eingetreten, das Thermometer zeigt nur noch maximal 16 Grad und am Wochenende hat es ein wenig geregnet, aber nicht genug, um die leere Tonne zu füllen. Ich brauche unbedingt noch eine weitere Regentonne, aber das gestaltet sich leider schwierig und viel aufwändiger, als ursprünglich gedacht.

Jetzt ist die Zeit des Chelsea Chop, von dem ich zu meiner Schande erst neulich etwas gehört habe. Unter Chelsea Chop versteht man den Rückschnitt der Sommer- und Herbstblütenstauden (Astern, Phlox und ähnliche) um etwa ein Drittel. Damit verzögert man die Blüte und verlängert die Blütedauer. Wenn man nun in unterschiedlicher Höhe schneidet, erreicht man zusätzlich eine besser Sichtbarkeit der blüten und regt ausserdem noch die Verzweigung an. Benannt ist der Chelsea Chop nach dem Zeitpunkt der Chelsea Flower Show, zu der ich schon immer mal fahren wollte – irgendwann nach Corona klappt das hoffentlich. Ich werde das mal an der hohen „fetten Henne“ (Sedum) ausprobieren, die zum zusammenfallen neigt.

31.05.2020

Pünktlich zu Pfingsten blühen die Pfingstrosen: Shirley Temple, Hawaian Pink, Sarah Bernhard, mein selbst gezogener Sämling. Die einzigen, die nicht blühen, aber Miniaturhafte Blüten haben, sind die Wurzelstecklinge, die ich voriges Jahr genommen habe. Aber auch die zeigen kräftiges Laub und ich denke, im nächsten Jahr werden sie mir mir ihren Blüten Freude machen.

Am Feuerdorn gibt sich alles ein Stelldichein, was fliegen kann, jede Menge unterschiedliche Wildbienen, Käfer, alles, was Nektar schätzt. Wenn man dem Strauch sich aus der Ferne nähert, wird man schon mit lautem Gebrumme begrüßt.