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Gründüngen im Herbst

Was ist eigentlich Gründüngung?

Ringelblume
Ringelblume – Calendula officinalis
Unter Gründüngung versteht man eine Bodenverbesserungsmaßnahme, die den Boden im Herbst und im Winter vor Auswaschung und Verschlämmung schützt. Dabei werden bestimmte Pflanzen ausgesät und später in den Boden eingearbeitet.

Warum Gründüngung

Die Landwirtschaft nutzt die Gründüngung schon seit langem, denn nackte Böden kommen auch in der Natur nicht vor. Auch Hobbygärtner wie wir können das für den Garten nutzen, die Pflanzen im nächsten Jahr werden es uns danken. Gründüngung schützt den Boden vor Erosion und hält den Humus fest. Der Boden wird gelockert, weil die Wurzeln der Gründüngungspflanzen in tiefere Bodenschichten vordringen und auch dort den Boden lockern. Dadurch wird das Bodenleben gefördert und so wird die Bodenfruchtbarkeit erhöht. Die Gründüngerpflanzen bieten Futter für meine lieben Regenwürmer, die mich dann zum Dank mit Wurmkompost versorgen und einem schönen krümeligen Gartenboden und manche können sogar schädliche Nematoden bekämpfen.

Welche Gründüngerpflanzen gibt es?

Nicht alle sind für den Hobbygärten geeignet, aber die wichtigsten für Garten und Balkon sind Bitterlupinen, Ringelblume, Sonnenblume, Bienenfreund, Borretsch, Tagetes und Feldsalat.

Die Erde unter Gehölzen und Bäumen wird am besten durch Flachwurzler geschützt, wozu vor allem der Bienenfreund (Phacelia) gehört. Ab August wird dicht ausgesät und wenn im Winter der Gründünger erfriert, kann man die Reste als Mulch einfach liegenlassen und im Frühjahr dann einharken.

Phacelia
Phacelia, der Bienenfreund
Der Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia) ist besonders für den Garten geeignet, denn er unterdrückt Wildkräuter, sammelt Nitrat, besitzt als Flachwurzler viele kleine feine Wurzeln, wächst sehr schnell und überträgt überhaupt keine Krankheit, was im Garten mit seinen vielen Mischkulturen besonders wichtig ist. Besonders günstig ist er auch als Nachfolger bei Erbsen und Bohnen gegen deren Krankheiten, gedeiht auch im Schatten und ist dabei auch noch eine prima Bienen- und Insektenweide.

Auch Bitterlupinen machen sich im Garten gut. Sie können Stickstoff aus der Luft binden und so den Boden mit diesem wichtigen Pflanzennährstoff anreichern. Als Tiefwurzler lockern sie den Boden und durch ihre schnelle Entwicklung wird Unkrautwachstum gehemmt. Die blauen Blüten werden zudem gerne von Insekten besucht. Der große Vorteil von Lupinen liegt darin, dass die Pflanze winterhart ist und auch noch spät im Jahr ausgesät werden kann. Die Wurzeln können im Boden bleiben, das Laub wird abgeschnitten und eingearbeitet.

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Die Ringelblume (Calendula officinalis) ist nicht nur hübsch, sondern bekämpft auch Nematoden und macht die Erde schön feinkrümelig. Sie samt sich selber aus, wird aber nie aufdringlich.
Sonnenblumen (Helianthus annuus) lockern als Tiefwurzler den Boden sehr tief auf, wachsen schnell, bilden viel Grünmasse und sind bei Bienen und Vögeln äußerst beliebt. Nematoden finden keine Nahrung und werden dadurch vermindert. Allerdings gibt es ein paar Einschränkungen: Vorteilhaft vor Erbsen, Kartoffeln und nach Erdbeeren und Kohl. Nicht vor Gurken, Paprika, Salat, Sellerie, Tomaten.

Tagetes
Die Studentenblume – Tagetes
Die Studentenblume (Tagetes) bekämpft Nematoden sehr gut und wirkt auch gegen die Bodenmüdigkeit bei Rosen. Leider wird die Studentenblume auch von den Nacktschnecken sehr geschätzt, sie eignet sich deshalb nicht für feuchte Böden.
In meinem Hochbeet wächst vor allem Feldsalat (Valerianella locusta), denn der ist nicht nur ein ausgezeichneter Gründünger, sondern auch einer meiner liebsten Wintersalate. Er verträgt sich als Nachkultur mit fast (nur nach Kohl mag er nicht stehen) jedem Gemüse, hinterlässt einen wunderbar feinkrümeligen Boden. Er braucht nach der Aussaat drei Wochen lang Feuchtigkeit und danach kommt er mit jedem Wetter zurecht.
Auch der Borretsch (Borago officinalis) kann den Boden tief durchwurzeln und ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch eine ausgezeichnete Bienenweide.