Schlagwort-Archive: Gartenpflege

Mulchen ist genial

Laub
Laub als natürliche Mulchschicht
Der trockene Sommer hat dazu geführt, dass meine Gärtnerfreunde und ich uns zunehmend Gedanken um Bewässerung machen. Leitungswasser ist teuer, bei 5-monatiger Trockenheit (ohne jeden Gewitterguss) nützen auch Regentonnen nicht viel, auch nicht wenn sie ziemlich groß sind. Eine Zisterne ist teuer und passt auch nicht in jeden Garten. Was tun? Natürlich kann man den Garten auf trockenheitsliebende Gewächse umstellen. Aber die liebgewordenen Hortensien einfach entsorgen, bringe ich nicht über das Herz. Meine Anwort heisst mulchen. Und zwar konsequent.

Was ist „Mulchen“?

Unter „Mulchen“ versteht man eine Bedeckung des Bodens mit leicht verrottbaren organischen Materialien, also mit Grünschnitt, Rindenmulch, Pappe usw. Die Gartencenter bieten vor allem Rindenmulch in allen möglichen Varianten und Farben an.

Rindenmulch

Rindenmulch stammt im allgemeinen aus dem Sägewerk, wo die Rinde der angelieferten Bäume abgeschält wird. Allerdings gibt es keine gesetzliche Regelung, woraus Rindenmulch bestehen muss. Er muss nicht einmal aus Rinde bestehen, der Inhalt muss nur aus Pflanzen bestehen.

Vorteile des Rindenmulch

Um seine Vorteile zu entwickeln muss der Mulch etwa 5 – 7 cm hoch aufgetragen werden. Weniger zeigt auch weniger Wirkung, mehr produziert Schimmel.
Wenn der Mulch dick genug aufgetragen wird, kann er unerwünschte Beikräuter verhindern, da die Wurzeln von Flugsamen (Löwenzahn und ähnliche) den darunterliegenden Boden nicht erreichen können. Sie Samen können den Boden einfach nicht schnell genug erreichen und sterben dann ab. Einige Unkrautsamen schaffen es aber trotzdem, die lassen sich aber im lockeren Mulch sehr einfach entfernen. Gut für den faulen Gärtner.

Anzeige

Der Mulch schützt den darunterliegenden Boden vor Austrocknung und das ist in Zeiten heisser Sommer besonders wichtig, denn so spart man Wasser und zwar nicht unerheblich. Auch die Bodenerosion durch Starkregen wird verhindert.

Ein weiterer Vorteil ist, dass sich der Mulch kontinuierlich zersetzt und sich dadurch von allein kompostiert. Mit Hilfe der Bodenlebewesen verwandelt sich der Mulch in natürlichen Dünger. Aber: Rindenmulch entzieht dem Boden beim Verrottungsvorgang Stickstoff. Deshalb sollte man vorher Hornspäne in den Boden einbringen.

Nachteile

Ein Problem ist Cadmium, das in Rindenmulch enthalten sein kann. Cadmium ist im Gestein und in Böden natürlicherweise vorhanden, aber in gebundener Form. Durch die Versauerung der Waldböden – wird das fest gebundene Cadmium aus dem Gestein gelöst und die Pflanzen nehmen das Cadmium über die Wurzeln auf und lagern es in der Rinde ein.
Ein weiterer Nachteil beim Mulchen ist auch, dass die Nacktschnecken den oft feuchten Mulch als Versteck bei Hitze nutzen und sich dort freudig vermehren. Zu beachten gilt auch, dass Mulch den Boden düngt und wenn im Frühjahr viel zusätzlicher Dünger ausgebracht wird, werden die Boden zunehmend überdüngt.

Wann wird gemulcht?

Mulchen kann man eigentlich immer. Aber wenn alles zurückgeschnitten ist, lässt sich der Mulch am besten ausbringen. Ich selber mulche im Herbst mit Laub und im Frühjahr mit dem ersten Rasenschnitt.

Anzeige

Womit kann man mulchen?

Rasenschnitt ist stickstoffhaltig sollte vor dem Mulchen ein bisschen trocknen, damit die Mulchschicht nicht fault. Allerdings kann er auch unerwünschte Samen einhalten.
Kompost ist ebenfalls stickstoffhaltig, aber reifer Kompost ist kein Mulch mehr, sondern fertiger Humus.
Stroh und Laub sind beide kohlenstoffhaltig und sollten pur nur für Sträucher und Bäume eingesetzt werden. Stroh wird für Erdbeerbeete eingesetzt, um das Faulen de Früchte zu verhindern.
Rindenmulch ist kohlenstoffhaltig und sollte gut abgelagert sein.
Gehäckseltes Holz zersetzt sich schwer und ist deshalb am besten als Dauermulch unter Hecken und Sträuchern geeignet.
Natürlich kann man alles miteinander mischen und gute Ergebnisse erzielen.

Fazit

Mulchen bringt viele Vorteile. Es unterdrückt Unkraut und erleichtert die Gartenpflege. Es hält den Boden feucht und spart Wasser. Es verwittert schneller oder langsamer, verbessert aber den Boden.